Umwege im Leben

Umwege im Leben

7. April 2013
Tobias
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Du hörst den An(ge)dacht Podcast mit der Episode: Umwege im Leben

Umwege brauchen wir nicht. Wir wollen immer direkt, auf dem kürzesten Weg ans Ziel. Alles andere macht ja auch keinen Sinn. Wir verlieren nur kostbare Zeit. Oder? Gerade in unserer westlichen Welt wird alles optimiert. Und Umwege passen da überhaupt nicht ins Konzept. Was ist aber, wenn manche Umwege Lebens- und Überlebensnotwendig sind? Wenn Umwege uns wichtige Lektionen lehren wollen, die für unser Leben von entscheidender Bedeutung sind.

“Und es geschah, als der Pharao das Volk ziehen ließ, da führte sie Gott nicht auf die Straße durch das Land der Philister, obwohl sie die nächste war; denn Gott sprach: Es könnte das Volk reuen, wenn es Kämpfe vor sich sehen würde, und es könnte wieder nach Ägypten umkehren. Darum führte Gott das Volk einen Umweg durch die Wüste am Schilfmeer.”       2. Mose 13 Vers 17+18

Wenn Gott sein Volk damals schon einen Umweg gehen ließ, um sie in seine Schule zu nehmen, dann macht er das mit uns heute nicht anders. Gott sagt sie hätten das Ziel nie erreicht, sie wären wieder an den Ausgangspunkt, nach Ägypten, zurückgekehrt. Gott kennt sein Volk und er kennt uns. So wie Gott mit seinem Volk ein Ziel hatte, nämlich das verheißene Land, so hat er auch mit uns eins, den Himmel. Aber der Weg dorthin ist nicht der kürzeste und schnellste. Dieser Weg beinhaltet auch manchen Umweg.

Umwege sind für mich:

  • Lebenssituationen, die uns nicht gefallen, die wir aber nicht so schnell ändern können. Wir fühlen uns wie festgefahren. Aushalten ist an der Stelle angesagt (und das fällt uns unsagbar schwer)
  • Wir haben einen Plan und ein Ziel, aber es ist momentan nicht erreichbar für uns, weil verschiedene Dinge im Weg stehen, die wir nicht so einfach auflösen können. Mit dem zufrieden geben was wir haben, wäre an der Stelle angesagt. Aber auch das fällt uns sehr schwer.
  • Ich kann meine Aufgabe oder Berufung, die ich für mich erkannt habe, nicht umsetzen weil die Rahmenbedingungen nicht passen.
  • Oder wir befinden uns in Lebensphasen, in denen wir für unsere Arbeit und Ideen und nicht mehr so viel Bestätigung und Anerkennung bekommen, wie wir das bisher gewohnt waren. Auch hier wäre Umdenken angesagt. Wofür oder für wen tue ich das was ich tue? Wie abhängig bin ich von Lob und Anerkennung? Und warum?

Umweg ist vielleicht auch ein irreführendes Wort. Es ist so negativ belastet. Vielleicht ist es besser von Zwischenstation oder Zwischenzeit zu sprechen, bevor wir das eigentliche Ziel erreichen. Das klingt nicht so negativ – nicht so nach verlorener Zeit. Denn das sind Umwege nicht, auch wenn wir das so empfinden.

Gott will eine Liebesbeziehung zu seinem Volk, und deshalb führte er sie diesen Umweg. Und ich bin überzeugt: aus dem gleichen Grund geht Gott auch mit uns so manche Umwege. Wege durch die Wüste. Steinige Wege. Wege durch dunkle Täler. Wege die uns überhaupt nicht gefallen. Weil er eine persönliche und tief verwurzelte Beziehung zu uns aufbauen möchte. Er möchte unseren Charakter und unseren Glauben schulen und stärken. Nur in unseren Wüstenerfahrungen, in den Zwischenzeiten im Leben lernen wir Ihn wirklich kennen. Auf dem Umweg erlebten die Israeliten ihren Gott. Sie machten gewaltige Erfahrungen mit ihm. So ist es auch heute noch. In meinen Zwischenzeiten lerne ich am meisten. Erfahre ich am deutlichsten seine Gegenwart. Es gibt nur eine Bedingung: ich muss den Umweg – den Zwischenstopp mitgehen, den Gott mich führt.

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